Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Integrative Wirtschaftsethik</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Integrative_Wirtschaftsethik"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Integrative_Wirtschaftsethik rootpage-Integrative_Wirtschaftsethik skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Integrative Wirtschaftsethik</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Integrative Wirtschaftsethik</b> zielt darauf, die dem ökonomischen Denken zugrunde liegenden normativen Annahmen aufzudecken und die immer mehr dominierende marktwirtschaftliche Sachlogik in eine ethische Konzeption lebensdienlichen Handelns einzubinden.
</p><p>Die Integrative Wirtschaftsethik wurde von <a href="Peter_Ulrich_(%C3%96konom)" title="Peter Ulrich (Ökonom)">Peter Ulrich</a> entwickelt, der von 1987 bis 2009 erster Inhaber des ältesten deutschsprachigen Lehrstuhls für Wirtschaftsethik und Gründungsdirektor des Instituts für Wirtschaftsethik der <a href="Universit%C3%A4t_St._Gallen" title="Universität St. Gallen">Universität St. Gallen</a> war.
</p><p>Als Grundlage für eine solche Position sieht Ulrich weder einen <a href="Naturrecht" title="Naturrecht">naturrechtlichen</a>, noch einen religiös-metaphysischen Ansatz, sondern eine am <a href="Humanismus" title="Humanismus">Humanismus</a> und am republikanischen <a href="Liberalismus" title="Liberalismus">Liberalismus</a> ausgerichtete Vernunftethik. Mit Vernunftethik meint Ulrich „die rational verallgemeinerbare intersubjektive Reziprozität des Anspruchs auf die Achtung und Anerkennung aller Subjekte als in ihrer Würde und Subjektqualität „unantastbare“ Personen.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ausgehend von der Praxis der menschlichen <a href="Lebenswelt" title="Lebenswelt">Lebenswelt</a> sieht Ulrich einen Aufstieg von der <a href="Goldene_Regel" title="Goldene Regel">Goldenen Regel</a> über den unbeteiligten Beobachter bei <a href="Adam_Smith" title="Adam Smith">Adam Smith</a> und den <a href="Kategorischer_Imperativ" title="Kategorischer Imperativ">Kategorischen Imperativ</a> bei <a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a> bis hin zur <a href="Diskursethik" title="Diskursethik">Diskursethik</a> von <a href="Karl-Otto_Apel" title="Karl-Otto Apel">Karl-Otto Apel</a> und <a href="J%C3%BCrgen_Habermas" title="Jürgen Habermas">Jürgen Habermas</a> als die am besten ausgearbeitete (elaborierte) Form einer solchen Vernunftethik.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufgaben_der_Wirtschaftsethik">Aufgaben der Wirtschaftsethik</h2></div>
<p>Als Aufgaben der Integrativen <a href="Wirtschaftsethik" title="Wirtschaftsethik">Wirtschaftsethik</a> nennt Ulrich
</p>
<ol><li>Kritik der „reinen“ ökonomischen Vernunft (Ökonomismuskritik)</li>
<li>Bestimmung der sozialökonomischen Rationalität und der Gesichtspunkte lebensdienlichen Wirtschaftens</li>
<li>Beschreibung des öffentlichen Diskurses als prinzipiellen „Ort“ der Moral sowie seiner institutionellen Orte.</li></ol>
<p>Der kritische Ansatz soll zeigen, dass Normativität „nicht die „Kehrseite“ der ökonomischen Rationalität, sondern deren Fundament“ ist. (IWE 128) Es kommt darauf an, „sich gegen ökonomistische Verkürzungen und Zirkelschlüsse“ zu wenden, die dadurch entstehen, dass rein ökonomische Rationalitätskonzepte einen Abbruch der Reflexion auf ihre innere Normativität darstellen. <a href="%C3%96konomismus" title="Ökonomismus">Ökonomismus</a> bedeute „die Verselbständigung, Verabsolutierung und normative Überhöhung ökonomischer Gesichtspunkte“. (IWE 17; 137-139) Wohlverstandene ökonomische Vernunft wird so zum „erklärten Abschied vom Ökonomismus innerhalb der ökonomischen Theorie auf philosophischen Wegen.“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein rationaler Umgang mit der <i>Knappheit</i> von <a href="Ressourcen" class="mw-redirect" title="Ressourcen">Ressourcen</a> und Gütern bedarf zugleich einer legitimen, d.&nbsp;h. für alle Beteiligten und Betroffenen vertretbaren Lösung der damit stets verbundenen sozialen <i>Konflikte</i>. „Die unbedingte moralische Grundforderung, die als normative Bedingung allen vernünftigen Handelns Geltung beansprucht, ist die der Legitimität“. (IWE 130) Es geht demnach darum, „die Frage nach effizientem Wirtschaften in die Frage nach der rationalen Gestaltung der sozialen Beziehungen unter allen Beteiligten und Betroffenen“ einzubetten. Das so verstandene <i>ökonomische Grundproblem</i><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder die lebenspraktische Grundfrage vernünftigen Wirtschaftens lautet nach Ulrich stets, „effizient <i>für wen konkret</i>?“ eine Handlung sei und für welche Betroffenen womöglich nicht. (IWE 132) Denn es gibt gemäß Ulrich (IWE 138) keinen ethisch neutralen, für alle Betroffenen gleichermaßen vorteilhaften und insofern unparteilichen, rein ökonomischen Standpunkt volkswirtschaftlicher Effizienz. Ulrich beruft sich in diesem zentralen Punkt seiner Ökonomismuskritik u.&nbsp;a. auf den Wirtschaftsnobelpreisträger <a href="Gunnar_Myrdal" title="Gunnar Myrdal">Gunnar Myrdal</a><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und auf den Begründer des Kritischen Rationalismus, <a href="Hans_Albert" title="Hans Albert">Hans Albert</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Als Konsequenz aus dieser „<i>ökonomismuskritischen Pointe</i> der integrativen Wirtschaftsethik“<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> postuliert er eine regulative Idee <i>sozialökonomischer Rationalität</i> auf diskursethischer Basis:
</p>
<dl><dd>„Als sozialökonomisch rational kann jede Handlung oder jede Institution gelten, die freie und mündige Bürger in der vernunftgeleiteten Verständigung unter allen Betroffenen als legitime Form der Wertschöpfung bestimmt haben (könnten).“ (IWE 132)</dd></dl>
<p>Nur eine Wirtschaftsethik, die dieser sozialökonomischen Rationalität folgt, kann nach Ulrich für sich in Anspruch nehmen, den moralischen Standpunkt (moral point of view) angemessen zur Geltung zu bringen. Die Integrative Wirtschaftsethik tritt einem in der <a href="Neoklassische_Theorie" title="Neoklassische Theorie">Neoklassik</a> verselbständigten ökonomischen <a href="Kalk%C3%BCl" title="Kalkül">Kalkül</a> mit der Frage nach dem Zweck und dem Anspruch der Lebensdienlichkeit wirtschaftlichen Handelns entgegen.
Ulrich unterscheidet drei Grundtypen wirtschaftsethischer Theorien (IWE 135):
</p>
<ol><li><i>Korrektive Wirtschaftsethik</i> ist eine Form der angewandten Ethik, die von gegebenen Anwendungsbedingungen ausgeht und sich auf die Eingrenzung von ökonomischer Sachlogik durch Ethik beschränkt.</li>
<li><i>Funktionalistische Wirtschaftsethik</i> nimmt ihren Ausgangspunkt in der ökonomischen Rationalität und fragt nach der Nützlichkeit der Moral für das (ökonomisch verstandene) Gemeinwohl.</li>
<li><i>Integrative Wirtschaftsethik</i> will im normativen Diskurs die legitimen Grundlagen des Wirtschaftens bestimmen und weist damit der Ethik die Aufgabe eines Unterbaus für das Wirtschaften zu.</li></ol>
<p>Ulrich wendet sich gegen die Unterwerfung von Wirtschaftsethik unter eine ihr von außen vorgegebene, vermeintlich oder tatsächlich zwanghafte marktwirtschaftliche System- oder Sachlogik:
</p>
<dl><dd>„Im Namen der „reinen“ ökonomischen Sachlogik werden nicht etwa ethisch neutrale oder „wertfreie“, sondern sehr wohl schon normative Positionen vertreten: Das Normative steckt immer schon in der ökonomischen Ratio drin – es kann ihr nicht als etwas von ihr Äußerliches oder Sachfremdes hinzugefügt werden. Es wäre daher ein Grundlagenirrtum zu meinen, Wirtschaftsethik sei einfach „angewandte“ Ethik für die zuvor von Normativität unberührte Domäne des Wirtschaftens. Vielmehr ist sie, als Vernunftethik des Wirtschaftens begriffen, im Ansatz und Kern eine philosophisch-ethische Kritik der „reinen“ ökonomischen Vernunft oder dessen, was dafür gehalten wird.“<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<p>Sachzwänge entstehen für Ulrich erst, wenn man sich entschieden hat, einer bestimmten Maximierungslogik (Nutzen- oder Gewinnmaximierung) zu folgen. Gewinnstreben unterliegt menschlichen Entscheidungen, so dass auch die moralische Selbstbegrenzung möglich und in einem zu bestimmenden Maß zumutbar ist. Dem ethischen Erfordernis der <i>Verantwortbarkeit</i> wirtschaftlichen Handelns gegenüber allen Betroffenen korrespondiert das reziproke Erfordernis der <i>Zumutbarkeit</i> deren Ansprüche gegenüber dem verantwortlichen Akteur. Für den fairen Ausgleich ist nach Ulrich ein „Legitimations- und Zumutbarkeitsdiskurs“ (IWE 106) geboten:
</p>
<dl><dd>„Falls wir im praktizierten oder vorgestellten Diskurs mit den unmittelbar Betroffenen zum Schluss kommen, dass unsere Zweckwahl uns „zwingen“ würde, Dinge zu tun, die wir unter moralischen Gesichtspunkten anderen Menschen gegenüber nicht gutheißen könnten, so sollten wir unsere moralische Pflicht darin erkennen, das fragliche wirtschaftliche Tun zu unterlassen und unsere wirtschaftliche Selbstbehauptung auf andere Weise anzustreben.“ (IWE 171)</dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Das_Konzept_einer_lebensdienlichen_Ökonomie"><span id="Das_Konzept_einer_lebensdienlichen_.C3.96konomie"></span>Das Konzept einer lebensdienlichen Ökonomie</h2></div>
<p>Ulrich verweist darauf, dass von <a href="Aristoteles" title="Aristoteles">Aristoteles</a> bis hin zu <a href="Adam_Smith" title="Adam Smith">Adam Smith</a> die Einbeziehung des Wirtschaftens in eine natürliche Ordnung als selbstverständlich angesehen wurde. (IWE Kap. 5.1, hier 179) Erst die Verselbständigung der Ökonomie in der <a href="Neoklassische_Theorie" title="Neoklassische Theorie">Neoklassik</a> – gestützt durch den klassischen (Wirtschafts-)Liberalismus des 19. Jahrhunderts, der sich später im 20. Jahrhundert zum teils marktradikalen <a href="Neoliberalismus" title="Neoliberalismus">Neoliberalismus</a> angelsächsischer Prägung entwickelt hat – habe zur Verkürzung auf eine rein ökonomische Rationalität geführt. Hierdurch ist eine normative Überhöhung der Doktrin des „freien Marktes“ entstanden, die vor allem im Interesse der besitzenden Bürger steht. In der Ethik hat sich dies im <a href="Utilitarismus" title="Utilitarismus">Utilitarismus</a> niedergeschlagen, der in seiner Ausrichtung auf die soziale Gesamtnutzenmaximierung eher indifferent war hinsichtlich der Verteilungsfrage<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und sich daher als „Ideologie des Kapitalismus“<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> anbot. (IWE Kap. 5.2, hier 191ff) Wirtschaftsethik soll nach Ulrich diese Zusammenhänge, auch die darauf beruhende „Wachstumsideologie“ (IWE 192), umfassend ausleuchten und nicht als bloßes Korrektiv für Marktversagen aufgefasst werden, das nur punktuell und erst dann zum Zuge kommt, wenn Marktversagen zu Aufsehen und Skandalen führt.
</p><p>Die ethische Integration des wirtschaftlichen Handelns verlangt nach Ulrich zunächst die Klärung der Sinnfrage (IWE Kap. 6) und der Legitimationsfrage (IWE Kap. 7). Mit der (teleologisch-ethischen) Sinnfrage wird untersucht, welche Form des Wirtschaftens dem Menschen zuträglich ist, um ein gutes Leben führen zu können. Hier geht es um die Wertvorstellungen, an denen sich ein subjektiv sinnvoller Lebensentwurf orientiert. Die (deontologisch-ethische) Frage der Legitimation richtet sich auf die Form des Zusammenlebens, die sich in den sozialen Regeln einer wohlgeordneten Gesellschaft niederschlägt und auch den nachfolgenden Generationen ein gutes Leben erlaubt. Lebensdienliches (d.&nbsp;h. sinnvolles und zugleich legitimes) Wirtschaften bedeutet zusammengefasst, zu klären, für wen konkret welche Art der „Wertschöpfung“ gut ist. (IWE 217-220)
</p><p>Ulrich diskutiert die anzustrebende Ordnung einer lebensdienlichen Wirtschaft anhand verschiedener Gerechtigkeitskonzeptionen, die von einem radikalen ökonomischen Liberalismus (<a href="James_M._Buchanan" title="James M. Buchanan">Buchanan</a>) über den politischen Liberalismus (<a href="John_Rawls" title="John Rawls">Rawls</a>) bis hin zum Kommunitarismus (<a href="Michael_Sandel" title="Michael Sandel">Sandel</a>) reichen. Der ökonomische Liberalismus beruht für ihn auf einem <a href="Hobbes" class="mw-redirect" title="Hobbes">Hobbesianischen</a> Egoismus, der die Perspektive des Sozialen auf die „normative Logik des Vorteilstausches“ (IWE 196ff.) verkürzt. Diese Form des Liberalismus setzt vor allem auf negative Freiheiten. Aufgrund des <a href="Schleier_des_Nichtwissens" title="Schleier des Nichtwissens">Schleiers des Nichtwissens</a> und der Ausblendung individueller Interessen im Gedankenmodell von Rawls sieht Ulrich auch bei diesem den Vorrang des ökonomischen Prinzips, auch wenn durch die Grundsätze der <a href="Chancengerechtigkeit" title="Chancengerechtigkeit">Chancengerechtigkeit</a> und der besonderen Berücksichtigung der am schlechtesten Gestellten der individualistische Egoismus begrenzt wird. (IWE 264ff.) Im <a href="Kommunitarismus" title="Kommunitarismus">Kommunitarismus</a> sieht Ulrich hingegen eine Überbetonung der Wertegemeinschaft, die die Tendenz zum <a href="Konformismus" class="mw-redirect" title="Konformismus">Konformismus</a> beinhaltet. (IWE 315f,)
</p><p>Gegen diese Theorien setzt Ulrich sein Ideal eines „republikanischen Liberalismus“, der auf die größtmögliche reale Bürgerfreiheit für alle zielt (Bürgerliberalismus).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zur Kennzeichnung seiner Vorstellung greift er in Anlehnung an Kant<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf die Unterscheidung zwischen <a href="Citoyen" title="Citoyen">Citoyen</a> und <a href="Bourgeoisie" title="Bourgeoisie">Bourgeois</a> zurück. Der Bourgeois orientiert sich vor allem an seinem Besitz („Ich habe Privateigentum, also bin ich“), während der Citoyen seine Identität aus der aktiven Teilhabe an einer Bürgergesellschaft zieht („Ich partizipiere an der res publica, also bin ich“) (IWE Tabelle 321). Freiheit in einer <a href="Partizipatorisch" class="mw-redirect" title="Partizipatorisch">partizipatorischen</a> und <a href="Deliberativ" title="Deliberativ">deliberativen</a> <a href="B%C3%BCrgergesellschaft" title="Bürgergesellschaft">Bürgergesellschaft</a> ist vor allem auch positive Freiheit (Freiheit zu etwas). Dies beinhaltet nach Ulrich (IWE 280-281):
</p>
<ol><li>Gleichberechtigte Teilnahme und Teilhabe in Hinblick auf Bürgerrechte und Bürgerpflichten (Umfassender Bürgerstatus)</li>
<li>Möglichkeit der basisdemokratischen Selbstorganisation (Gesellschaft als Netzwerk egalitärer Bürgervereinigungen)</li>
<li>Umfassende Chancengleichheit und reale Autonomie (Zivilisierung des Marktes ebenso wie die des Staates)</li></ol>
<p>Ulrich prüft, ob dieser Anspruch durch das Konzept der Befriedigung der <a href="Grundbed%C3%BCrfnis" title="Grundbedürfnis">Grundbedürfnisse</a> (basic needs) erfüllt wird, und kommt mit <a href="Johan_Galtung" title="Johan Galtung">Johan Galtung</a><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zu dem Schluss, dass dieses nicht kompatibel ist mit verallgemeinerungsfähigen Grundrechten. (IWE 285f.) Positive Impulse sieht Ulrich hingegen in der entwicklungspolitischen Diskussion, insbesondere in der <a href="Dependenztheorie" title="Dependenztheorie">Dependenztheorie</a><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und in der Befreiungspädagogik von <a href="Paulo_Freire" title="Paulo Freire">Paulo Freire</a><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Ein umfassendes Konzept zur Gestaltung einer lebensdienlichen Wirtschaft sieht Ulrich schließlich im <a href="Bef%C3%A4higungsansatz" title="Befähigungsansatz">Ansatz der Verwirklichungschancen</a> von <a href="Amartya_Sen" title="Amartya Sen">Amartya Sen</a>, der darauf ausgerichtet ist, jene substanziellen Freiheiten und Grundfähigkeiten zu bestimmen, die es ermöglichen, ein mit Gründen erstrebtes Leben zu führen.
</p>
<dl><dd>„Der Berechtigungs- und Fähigkeitenansatz weist in seiner sozialökonomischen Lebensnähe und humanen Essenzialität auf die Überlegungen zu einer „Ökonomie der Lebensfülle“ im Kontext der Sinnfrage des Wirtschaftens zurück (Kapitel 6) und macht damit auch die nötige Doppelrichtung sozialökonomischer Grundrechte deutlich: zum einen geht es um die Berechtigung und Befähigung aller Menschen zur chancengleichen Integration in den marktwirtschaftlichen Produktions- und Konsumptionsprozess, zum anderen aber zugleich um ihre Berechtigung und Befähigung zur (partiellen) Emanzipation aus den Funktionszwängen des ökonomischen Systems.“ (IWE 289)</dd></dl>
<p>Ähnlich wie <a href="Martha_Nussbaum" title="Martha Nussbaum">Martha Nussbaum</a> stellt Ulrich einen (heuristischen) Katalog der Grundfähigkeiten auf, der aus seiner Sicht grundrechtswürdige Handlungsfähigkeiten eingegrenzt auf den Bereich der Wirtschaft darstellt (IWE 291–292):
</p>
<ul><li>„die Fähigkeit, die eigenen Lebenszusammenhänge zu verstehen und sich im Leben orientieren zu können (Recht auf Erziehung und Bildung);</li>
<li>die Fähigkeit, die eigene Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und Selbstachtung entwickeln und in der Arbeitswelt zur Geltung bringen zu können (Recht auf unverletzliche Identität und angemessene Partizipation an Entscheidungsprozessen auch im Wirtschaftsleben);</li>
<li>die Fähigkeit, soziale Zugehörigkeit zu entwickeln und als geachtete Person Beziehungen zu anderen Menschen pflegen zu können (Recht auf soziale Integration):</li>
<li>die Fähigkeit, seine Rechte wahrnehmen zu können, insbesondere im Falle unzumutbarer Einwirkungen oder Übergriffe anderer (Recht auf Rechtsschutz und fairen Prozess);</li>
<li>die Fähigkeit, eine Familie gründen und unterhalten zu können (Recht auf Partnerschaft, Ehe, Kinder sowie auf angemessene soziale Unterstützung für Familien):</li>
<li>die Fähigkeit, als mündiger Bürger an der gesellschaftlichen Kommunikation und an der demokratischenPolitik partizipieren zu können (Recht auf Teilnahme an der öffentlichen Kommunikation);</li>
<li>die Fähigkeit, seine wirtschaftliche Existenz, wenn immer möglich aus eigener Kraft sichern zu können (Recht auf Berufsbildung, Recht auf Arbeit, faire Arbeitsbedingungen und angemessenen Lohn, aber auch Recht auf selbständiges Unternehmertum und Privateigentum, einschließlich das Recht auf angemessenen <a href="Investitionskredit" title="Investitionskredit">Investitionskredit</a>, insbesondere <a href="Mikrokredit" title="Mikrokredit">Mikrokredit</a>);</li>
<li>die Fähigkeit, auch in wirtschaftlichen Notlagen ein menschenwürdiges Leben in Selbstachtung führen zu können (Recht auf Existenzsicherung und soziale Betreuung).“</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Ebenen_der_Wirtschaftsethik">Die Ebenen der Wirtschaftsethik</h2></div>
<p>Die Umsetzung der integrativen Wirtschaftsethik muss nach Ulrich auf allen Handlungsebenen erfolgen. „Orte“ der Moral sind die Individualethik (Mikroebene) ebenso wie die Gestaltung der Rahmenordnung (Makroebene) und das ethische Handeln von und in Unternehmen (Mesoebene).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Individualethik">Individualethik</h3></div>
<p>Im Unterschied zu einem hobbesianischen Wirtschaftsliberalismus hält die integrative Wirtschaftsethik eine republikanische Bürgertugend mit Bürgersinn (<a href="Ralf_Dahrendorf" title="Ralf Dahrendorf">Ralf Dahrendorf</a><sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und zivilisiertem Gemeinsinn (<a href="Claus_Offe" title="Claus Offe">Claus Offe</a><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) in der freiheitlich-demokratischen Ordnung für unverzichtbar. (IWE 317ff.) Ein wesentlicher Ort der Moral ist die kritische Öffentlichkeit, an der verantwortliche Wirtschaftsbürger sich beteiligen. „Allein der öffentliche Vernunftgebrauch freier und mündiger Bürger kann denn auch in der Republik den kritischen Legitimationsdruck erzeugen, der die politischen Instanzen zur Wahrnehmung des öffentlichen Interesses statt bloss ihrer eigenen Sonderinteressen anhält.“ (IWE 333)
</p><p>Ulrich definiert als formale „Minimalansprüche an die republikanische Bürgertugend“ (IWE 342):
</p>
<ul><li>„zum ersten eine grundsätzliche <i>Reflexionsbereitschaft</i> der Bürger bezüglich ihrer eigenen Präferenzen und Einstellungen, wozu eine gewisse selbstkritische Offenheit dahingehend gehört, diese u.U. aus Einsicht zu verändern;</li>
<li>zum zweiten die grundlegende <i>Verständigungsbereitschaft</i> hinsichtlich unparteilicher, fairer Grundsätze und Verfahrensregeln deliberativer Prozesse, wobei (...) der gute Wille geboten ist, von der Ausnutzung verfügbarer Machtpotentiale zur vorgängigen Interessendurchsetzung abzusehen;</li>
<li>zum dritten die <i>Kompromissbereitschaft</i> in Dissensbereichen, was (...) die dauerhafte wechselseitige Respektierung eingeschränkter Uneinigkeit voraussetzt;</li>
<li>zum vierten die <i>Legitimationsbereitschaft</i>, d.h. die Bereitschaft, das eigene ‚private‘ Handeln vorbehaltlos der Bedingung öffentlicher Legitimitätsprüfung zu unterstellen (...).“</li></ul>
<p>Für Ulrich gehört die Orientierung am Gemeinwohl zum wirtschaftsbürgerlichen Selbstverständnis: „Kern der Legitimitätsthese ist wie dargelegt die vorbehaltlose Bereitschaft republikanisch gesinnter Wirtschaftsbürger, den im Rahmen des öffentlichen Vernunftgebrauchs (d.h. deliberativer Demokratie) bestimmten Grundsätzen und Regeln des gerechten Zusammenlebens in der Gemeinschaft den prinzipiellen Vorrang vor ihren nicht gegenüber jedermann vertretbaren (Sonder-)Interessen einzuräumen. Die unmittelbare Konsequenz daraus ist im persönlichen Handeln die moralische Pflicht zum Verzicht auf strikte private Eigennutzmaximierung.“ (IWE 347)
</p><p>Kritische Konsumenten benötigen nach Ulrich allerdings „enorme innere Kraft, der Verführung durch die (..) allgegenwärtigen Güterangebote zu widerstehen und von ihren einen reflektierten, autonom begrenzten Gebrauch zu machen.“ (IWE 356) Ähnlich soll auch der kritische Kapitalanleger die „Bereitschaft zur Selbstbegrenzung des privaten Renditestrebens zugunsten der vorrangigen Berücksichtigung oder zumindest ergänzenden Mitberücksichtigung ethisch-praktischer Aspekte der Kapitalallokation“ aufbringen. (IWE 358)
</p><p>Zusammenfassend und abmildernd weist Ulrich darauf hin, dass es für idealistische Ansprüche an den Einzelnen keine grenzenlose Verbindlichkeit gibt: „Wie weit das wirtschaftsbürgerliche Engagement in den skizzierten Dimensionen des Berufs- und Privatlebens konkret gehen soll, ist in einer freiheitlichen Gesellschaft im Prinzip der selbstverantwortlichen Entscheidung der mündigen Bürger überlassen.“ (IWE 359)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ordnungsethik">Ordnungsethik</h3></div>
<p>Die ethische Beurteilung und Ausrichtung der gesellschaftlichen Rahmenordnung für das wirtschaftliche Handeln bezeichnet Ulrich als Ordnungsethik, für die er ein Primat vor der „Logik des Marktes“ fordert. Mit <a href="Wilhelm_R%C3%B6pke_(Wirtschaftswissenschaftler)" title="Wilhelm Röpke (Wirtschaftswissenschaftler)">Wilhelm Röpke</a> und <a href="Alexander_R%C3%BCstow" title="Alexander Rüstow">Alexander Rüstow</a>, den beiden Vordenkern des <a href="Ordoliberalismus" title="Ordoliberalismus">Ordoliberalismus</a>, umfasse die ordnungspolitische Gestaltungsaufgabe die vorrangige „Vitalpolitik“<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die systematisch nachrangige Wettbewerbspolitik, die Ulrich instrumentell versteht: „Es geht um die <i>Marktlenkung</i> nach ethisch-praktischen Gesichtspunkten der Human-, Sozial- und Umweltverträglichkeit. Wo Marktlösungen als solche nicht das „menschenwürdige Leben fördern“, sondern ihm im Wege stehen, ist politische <i>Marktbegrenzung</i> angezeigt, auch wenn dies unter „rein“ ökonomischen Gesichtspunkten u.&nbsp;U. mit Effizienz- und Wohlstandsverlusten (für wen?) verbunden ist.“ (IWE 366) Die Beschränkung der Ordnungspolitik auf Wettbewerbspolitik, wie sie nach Ulrich den Neoliberalismus im heutigen angelsächsischen Sinn des Begriffs kennzeichnet, reiche nicht aus.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Denn effizienzorientierte Wettbewerbspolitik (Gewährleistung offener Märkte und wirksamen Wettbewerbs) sei zwar unverzichtbar, aber eben – jenseits der dargelegten Fiktion eines unparteilichen „nationalökonomischen Standpunkts“ (G. Myrdal) – nie verteilungsneutral und deshalb stets ethisch zu legitimieren. Produktion (Allokation) und Verteilung (Distribution) lassen sich aus wirtschaftsethischer Sicht nicht trennen, was auch <a href="Karl_Homann" title="Karl Homann">Karl Homann</a>, Begründer des moralökonomischen Ansatzes der Wirtschaftsethik, einräumt.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Selbst dem ordoliberalen Konzept der <a href="Soziale_Marktwirtschaft" title="Soziale Marktwirtschaft">Sozialen Marktwirtschaft</a> mangelt es nach Ulrich diesbezüglich an systematischer Klarheit und deshalb an der konsequent durchzuhaltenden „Nachrangigkeit des Ordnungskriteriums der <i>Marktkonformität</i> gegenüber den vorzugebenden vitalpolitischen Kriterien“ (IWE 382), woraus sich ihr zunehmendes Verblassen erklären lasse.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ulrich kritisiert darüber hinaus die Ablehnung demokratischer Elemente wie der Mitbestimmung durch die Ordoliberalen und bezeichnet dies als „Demokratiedefizit“; ordnungspolitische Willensbildungsprozesse seien gedanklich der kritischen Bürgerdebatte zu öffnen. (IWE 400) Dabei geht es um (IWE 401-409)
</p>
<dl><dd>(a) die subjektiven <i>Rechte</i> aller Wirtschaftsbürger im Marktprozess:
<dl><dd>Neben Eigentums-, Unternehmer-, Arbeitnehmer, Konsumenten- und Mieterrechten sieht Ulrich auch die Rechte der von <a href="Externe_Effekte" class="mw-redirect" title="Externe Effekte">externen Effekten</a> betroffenen Bürger in Hinblick auf Informationen, Schutz und Klagemöglichkeiten. „Vom realpolitischen Status quo ausgehend wird es vor allem darum gehen, den politikwissenschaftlich kaum bestreitbaren Einfluss der Eigentumsverhältnisse auf die politisch-ökonomischen Kommunikationsverhältnisse bestmöglich zu neutralisieren, also kommunikationsverzerrende oder -schließende, aus Verfügungsrechten resultierende Macht im ordnungspolitischen Prozess zu eliminieren.“ (IWE 404)</dd></dl></dd>
<dd>(b) die in die einzelwirtschaftlichen Kalküle eingehenden <i>Rechnungsnormen</i>:
<dl><dd>Hierunter versteht Ulrich einerseits staatliche Preisberechnungsnormen insbesondere zum Schutz schwächerer Parteien, etwa der Mieter im Wohnungsmarkt, und die Preisüberwachung gegen Monopolstrukturen; andererseits Zurechnungsnormen, insbesondere vitalpolitisch begründete Lenkungsabgaben oder -zuschüsse zur Verminderung gesellschaftlich unerwünschter bzw. Förderung erwünschter Konsum- oder Verhaltensmuster.</dd></dl></dd>
<dd>(c) die den Markt begrenzenden <i>Randnormen</i>:
<dl><dd>Als Randnormen bezeichnet Ulrich Grenzwerte bei Emissionen oder Immissionen, Belastungen von Lebensmitteln und auch Minimallöhne und Maximalarbeitszeiten. Des Weiteren zählt er hierzu Zölle, beschränkte Ladenöffnungszeiten oder Sonntagsarbeit, von Qualitätsstandards abhängige Zulassungen oder Sicherheitsbestimmungen. Schließlich gehört in diesen Bereich die Festlegung öffentlicher und <a href="Meritorisches_Gut" title="Meritorisches Gut">meritorischer Güter</a>, deren Nutzung nicht von der Kaufkraft der Bürger abhängen soll (vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Kultur). „Im fairen Wettbewerb soll kein anderer Zwang als der des besseren Angebots zählen – aber es muss ja nicht überall im Leben Wettbewerb herrschen.“ (IWE 409)</dd></dl></dd></dl>
<p>Auch in Hinblick auf die Globalisierung kritisiert Ulrich den uneingeschränkten Standortwettbewerb zwischen den Volkswirtschaften. Aus Sicht der integrativen Wirtschaftsethik müssen zumindest innerhalb der großen regionalen Räume wie der EU, Asean, Nafta oder Mercusur vergleichbare Randnormen, Rechte und Rechnungsnormen geschaffen werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Unternehmensethik">Unternehmensethik</h3></div>
<p>Integrative Unternehmensethik beginnt nach Ulrich mit der <i>Kritik des Gewinnprinzips</i>, das für die deutsche Betriebswirtschaftslehre als methodische Prämisse geradezu identitätsbildend war.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Deshalb wurde ihm in der deutschsprachigen <a href="Unternehmensethik" title="Unternehmensethik">Unternehmensethik</a>, namentlich von <a href="Horst_Steinmann" title="Horst Steinmann">Horst Steinmann</a>, zunächst weiterhin eine generelle „Richtigkeitsvermutung“ zugesprochen, die nur „im Einzelfall“ (Ausnahmefall) Unternehmensethik als „situatives Korrektiv“ verlange, und zwar nur hinsichtlich der „Frage, <i>mit welchen Mitteln</i> Gewinne gemacht werden“.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So wird jedoch das Ziel der Gewinnmaximierung als solches entproblematisiert. Dagegen gibt Ulrich Folgendes zu bedenken: „Strikte Gewinnmaximierung kann prinzipiell keine legitime unternehmerische Handlungsorientierung sein, denn sie bedeutet ja gerade, dass alle mit dem Gewinnstreben konfligierenden Wertgesichtspunkte bzw. Ansprüche diesem untergeordnet werden. Jeder Ansatz von Unternehmensethik, der die unternehmerische Erfolgs- oder Gewinnorientierung nicht kategorisch von einem Legitimationsvorbehalt abhängig macht, ist als ökonomistisch verkürzt zu begreifen: Legitimes Gewinnstreben ist stets moralisch begrenztes Gewinnstreben.“ (IWE 450)
</p><p>Ulrich kritisiert auch die spezifischen Verkürzungen einer bloß karitativen Unternehmensethik, die nur die Gewinnverwendung, nicht aber die Voraussetzungen der Gewinnerzielung in den Blick nimmt (Spendenethik), sowie die instrumentalistische Unternehmensethik, die ethische Gesichtspunkte nur so weit gelten lässt, wie sie selbst noch als ein „Erfolgsfaktor“ der Gewinnerzielung dient. Allerdings ist solche „bedingte Ethik“ gar keine Ethik, sondern schlicht normales strategisches Management (IWE 451ff).
</p><p>In der integrativen Unternehmensethik wird genau umgekehrt „die Lebensdienlichkeit der unternehmerischen Wertschöpfungsidee als die konstitutive ethische und funktionale Grundlage des Geschäftsmodells verstanden(..), wobei aber der kategorische Vorrang der begründenden Lebensdienlichkeit vor der betriebswirtschaftlichen Erfolgsträchtigkeit durchzuhalten ist.“ (IWE 467) Zur so begriffenen <i>Geschäftsintegrität</i> kommt nach Ulrich als zweite Stufe der Unternehmensethik die angemessene Übernahme <i>branchen- und ordnungspolitischer Mitverantwortung</i> hinzu: Unternehmen sollen sich durch Verbandsarbeit (oder im Fall großer Unternehmen u. U. auch direkt) aktiv für die Verbesserung der Rahmenbedingungen einsetzen. Dies ist vorrangig eine Frage der Einstellung: „Ohne republikanisch gesinnte Wirtschaftsbürger in den Führungsetagen der Unternehmen, die aus Gemeinsinn grundsätzlich bereit sind, den ethischen Prinzipien der Res publica den systematischen Vorrang vor ihren wirtschaftlichen Eigeninteressen einzuräumen, wird wohl weder die Ordnungs- noch die Unternehmensethik zur Praxis kommen.“ (IWE 472)
</p><p>Ulrich betrachtet „die gesellschaftsrechtliche Privatautonomie privatwirtschaftlich verfasster Unternehmen als juristische Fiktion; faktisch sind vor allem größere Unternehmen längst zu quasi-öffentlichen Institutionen geworden: Ihre Eigentumsbasis ist zwar privat, aber ihre Wirkungszusammenhänge sind weitestgehend öffentlich relevant.“ (IWE 474) Deshalb haben Unternehmen sich im Konfliktfall einer öffentlichen Diskussion mit ihren <a href="Stakeholder" title="Stakeholder">Stakeholdern</a> zu stellen. Dabei ist wiederum die instrumentalistische Verkürzung auf einen rein strategischen Umgang mit den Anspruchsgruppen zu vermeiden, wie er sich im Anschluss an Ed Freeman<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> etabliert hat: Nicht allein die <i>Macht</i> einer Gruppe, sondern in erster Linie die im Stakeholder-Dialog kritisch-normativ zu prüfende ethische <i>Legitimität</i> der erhobenen Ansprüche sollte maßgeblich sein (IWE 473ff.) Dabei erinnert Ulrich an das Kriterium der Zumutbarkeit als Grenze der Rechtfertigungspflicht der Unternehmensleitung gegenüber allen Stakeholder-Ansprüchen, auch jenen der kritischen Öffentlichkeit. In der Konsequenz ergibt sich gleichwohl ein Anspruch solcher (rasch zunehmenden) „Standards guter Unternehmensführung“<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, der über die bestehende Rechtsordnung hinausgeht und letztlich nach der Weiterentwicklung des Unternehmensrechts ruft: „Die vorherrschende Konzentration auf das Principal-Agent-Problem, also die strikte Ausrichtung des Managements (Agent) auf die Eigentümerinteressen (Principal), ist aus umfassender Sicht eher ein Teil des Problems als der Lösung. An diesem Punkt trennt sich die wirtschaftsethische Perspektive guter Unternehmensführung, die allen legitimen Stakeholder-Interessen gerecht werden will, von jener des Wirtschaftsrechts, die sich auf die gegebenen Normen des Gesellschafts- und insbesondere Aktienrechts beschränkt.“ (IWE 490f.)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kritik_an_der_Integrativen_Wirtschaftsethik">Kritik an der Integrativen Wirtschaftsethik</h2></div>
<p>Einer der ersten Kritiker Ulrichs ist <a href="Birger_Priddat" title="Birger Priddat">Birger Priddat</a> mit der Auffassung, dass die integrative Wirtschaftsethik weniger an Kant ausgerichtet, sondern eher eine <a href="Tugendethik" title="Tugendethik">Tugendethik</a> im Sinne von Aristoteles sei, die mit der <a href="Diskursethik" title="Diskursethik">Diskursethik</a> verknüpft werde. Daher habe man es „mit einer politischen Theorie der Bedürfnisdemokratie unter Auslassung des ökonomischen Problems zu tun.“<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Für <a href="Werner_Lachmann" title="Werner Lachmann">Werner Lachmann</a> liegt eines der wesentlichen Probleme in der Implementierung der integrativen Wirtschaftsethik, für die er entsprechende Vorschläge vermisst: „Es fällt auf, dass Ulrich alle praktischen Anwendungen scheut.“<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ursache hierfür sehen Steinmann/Löhr darin, dass im Konzept von Ulrich ein ökonomischer Maßstab zur Beurteilung des Handelns fehlt. „Da Ulrich nicht angibt, mit welchem oder wessen Anspruch der Dialog beginnen soll, muss man wohl von einem Reigen spontaner Vorschläge ohne Richtigkeitsvermutung an die Adresse der Unternehmen ausgehen. Solche Bemühungen bleiben dann aber im wahrsten Sinne des Wortes ‚ziellos‘.“<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Ökonom <a href="Joachim_Weimann" title="Joachim Weimann">Joachim Weimann</a> hält Ulrich eine Reflexion ohne genügendes Verständnis für die „normativen Grundlagen der ökonomischen Forschung“ vor.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Insbesondere hält er Ulrich vor, dass er die Frage von Allokation und Verteilung nicht sauber trennt, wenn er fordert, dass Menschen Ansprüche auf alternative Lebensentwürfe geltend machen dürfen. Denn auch diese konkurrieren um knappe Güter. Effizienz bedeute nicht, wie Ulrich behauptet, „die relative Maximierung des je privaten Vorteils“, sondern lediglich die Abwesenheit von Verschwendung. Aus dem <a href="Pareto-Optimum" title="Pareto-Optimum">Pareto-Kriterium</a> folgt kein Sachzwang, sondern es handelt sich um die ethische Forderung, Verschwendung zu vermeiden. Die ökonomische Theorie entscheidet nicht über Verteilungsfragen, sondern liefert Informationen darüber, welche Verteilung wie effizient wirkt. Rationalität bedeutet nicht Egoismus, sondern kann genauso gut für <a href="Altruismus" title="Altruismus">altruistische</a> Ziele eingesetzt werden. „Die Erkenntnis, dass Wettbewerbsmärkte unter der Voraussetzung strikt eigennützigen Verhaltens zu einer effizienten Ressourcenallokation führen, ist eine extrem wichtige Einsicht. Das aber bedeutet nicht, dass Eigennutzstreben als einziger legitimer Lebenszweck gerechtfertigt wird.“ (ebd.) Weimann hält Ulrich vor, dass er seine Argumentation an Problemen aufbaut, die in dieser Weise von niemandem vertreten werden: „Er schafft ein ideologisches Konstrukt, auf das sich trefflich einschlagen lässt, das nur leider nichts mit dem zu tun hat, was sich innerhalb der ökonomischen Disziplin abspielt.“ (ebd.)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Primärliteratur"><span id="Prim.C3.A4rliteratur"></span>Primärliteratur</h2></div>
<ul><li>Peter Ulrich: <i>Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie</i>, Bern: Haupt 2008, 4. vollständig neu bearbeitete Auflage, ISBN 978-3-258-05810-8. Inzwischen liegt eine durchgesehene 5. Auflage 2016 vor: ISBN 978-3-258-08003-1 <a rel="nofollow" class="external text" href="https://haupt.ch/integrative-wirtschaftsethik/2329783258080031">(Vorwort, Inhaltsverzeichnis und Einleitung</a>).</li>
<li>Peter Ulrich: <i>Integrative Economic Ethics. Foundations of a Civilized Market Economy</i>, Cambridge UK: Cambridge University Press 2008 (Hardback) / 2010 (Paperback), ISBN 978-0-52187796-1 <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.cambridge.org/core/books/integrative-economic-ethics/E0C17701D4B01D4D4BB77A03A9A388B5">(contents</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sekundärliteratur"><span id="Sekund.C3.A4rliteratur"></span>Sekundärliteratur</h2></div>
<ul><li><a href="Hartmut_Kreikebaum" title="Hartmut Kreikebaum">Hartmut Kreikebaum</a>: Ökonomie ist nicht alles. Wirtschaft und Ethik sind keine getrennten Welten. Sie müssen wieder integriert werden (Rezension), in: <a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Die Zeit</a>, Nr. 23 vom 28. Mai 1998, S. 31.</li>
<li>ohne Autor (Besprechung): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://philportal.de/information-philosophie/inphil200001/show">Wirtschaftsethik: Peter Ulrichs diskursethischer Ansatz</a>, in: <a href="Information_Philosophie" title="Information Philosophie">Information Philosophie</a>, März 2000, Nr. 1, S. 95–102.</li>
<li><a href="Ethik_und_Sozialwissenschaften" class="mw-redirect" title="Ethik und Sozialwissenschaften">Ethik und Sozialwissenschaften</a> – Streitforum für Erwägungskultur, Jg. 11 (2000), Heft 4, achte Diskussionseinheit: Integrative Wirtschaftsethik (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://groups.uni-paderborn.de/ewe/index1a85.html?id=82">Verzeichnis aller Beiträge</a>; Ztschr. online nicht verfügbar).</li>
<li>Micha H. Werner: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.micha-h-werner.de/diskursethik_als_maximenethik.pdf">Diskursethik als Maximenethik. Von der Prinzipienbegründung zur Handlungsorientierung</a>, Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 2003, darin Kap. 4.5: Zu Peter Ulrichs Integrativer Diskursethik, S. 230-255. ISBN 3-8260-2444-3.</li>
<li>Micha H. Werner: Integrative Wirtschaftsethik – Ein allgemeines Modell der Orientierung am diskursethischen Moralprinzip? in: Peter Ulrich, Markus Breuer (Hrsg.): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826026850-wirtschaftsethik-im-philosophischen-diskurs/">Wirtschaftsethik im philosophischen Diskurs</a>, Königshausen und Neumann, Würzburg 2004, S. 113–126.</li>
<li>Wolfgang Kersting (Hrsg.): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://brill.com/edcollbook/title/49497">Moral und Kapital. Grundfragen der Wirtschafts- und Unternehmensethik</a>, Paderborn: mentis 2008. ISBN 978-3-89785-630-1.</li>
<li>Karl Kardinal Lehmann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/presse_import/2008-046b_michaelsempfang_lehmann.pdf">Der Schatten des „Homo oeconomicus“. Zur Notwendigkeit einer integrativen und lebensdienlichen Ethik</a>, Bonn: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz, 18. Sept. 2008.</li>
<li>Thomas Mayerhofer: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/oai/container/index/docId/106">Integrative Wirtschaftsethik und Katholische Sozialethik. Ein zukunftsweisender Dialog?</a> (PDF; 1,5&nbsp;MB), Dissertation, Passau 2008.</li>
<li>Matthias Kettner: Zwei philosophische Paradigmen der Wirtschaftsethik in Deutschland. Matthias Kettner über die Ansätze von Peter Ulrich und Karl Homann, in: <a href="Information_Philosophie" title="Information Philosophie">Information Philosophie</a>, Mai 2010, Nr. 2 (online nicht verfügbar).</li>
<li>Jeffery Smith: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/D2BA7164D4D4F14E5BC78922D5DCA67B/S1052150X0000542Xa.pdf/integrative_economic_ethics_foundations_of_a_civilized_market_economy_by_peter_ulrich_cambridge_cambridge_university_press_2008_498_pp_isbn_9780521877961.pdf">Integrative Economic Ethics (Book Review)</a>, in: Business Ethics Quarterly 23, No. 1/January 2013, S.&nbsp;151–154.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.metropolis-verlag.de/St.-Galler-Wirtschaftsethik/1146/book.do">St. Galler Wirtschaftsethik: Programmatik, Positionen, Perspektiven</a>, hrsg. v. Th. Beschorner, P. Ulrich &amp; F. Wettstein, Marburg: Metropolis 2015. ISBN 978-3-7316-1146-2.</li>
<li>Alexander Lorch/Thomas Beschorner: Integrative Economic Ethics: Concept and Critique, in: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.routledge.com/The-Routledge-Companion-to-Business-Ethics/Heath-Kaldis-Marcoux/p/book/9781032476315">The Routledge Companion to Business Ethics</a>, eds. E. Heath, B. Kaldis &amp; A. Marcoux, London/New York: Routledge 2018, Chapter 12, S.&nbsp;204–219.</li>
<li>Christoph Schank: Integrative Wirtschaftsethik (Peter Ulrich), in: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-476-05806-5">Handbuch Wirtschaftsethik</a>, hrsg. v. Michael S. Aßländer, 2. Aufl., Berlin: Springer 2022, S. 283-291. ISBN 978-3-476-05805-8.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nomos-elibrary.de/de/document/view/detail/uuid/63cb2c90-3bc4-3beb-976a-bfd63d3568b0">zfwu - Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik 25 (2024), Nr. 3: Integrative Wirtschaftsethik — Rückblick und Ausblick</a>. ISSN 1439-880X.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.iwe.unisg.ch">Homepage des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Ulrich: Lebensdienliche Marktwirtschaft, in: Thomas Bausch, Dietrich Böhler, Horst Gronke, Thomas Rusche, Michael Stitzel, Micha H. Werner (Hrsg.): Zukunftsverantwortung in der Marktwirtschaft. Festschrift für Hans Jonas, Lit, Münster 2000, 70-84, hier 73</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> Jürgen Mittelstrass: Wirtschaftsethik als wissenschaftliche Disziplin?, in: Georges Enderle (Hrsg.): Ethik und Wirtschaftswissenschaft, Berlin 1985, 17-32, hier 24, zitiert nach IWE 129.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulrich folgt hier Hans Albert: Ökonomische Ideologie und politische Theorie, 2. Aufl., Göttingen: Schwartz &amp; Co 1972 (1. Aufl. 1954), Teil 1: „Das ökonomische Problem“, S. 13-83. Vgl. schon Peter Ulrich: Transformation der ökonomischen Vernunft, 3. Aufl., Bern: Haupt 1993 (1. Aufl. 1986), Kap. 4.1: „Das ökonomische Grundproblem und die autonome Ökonomik“, S. 173ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Gunnar Myrdal: Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung, 2. Aufl., Bonn-Bad Godesberg 1976 (1. dt. Aufl. Berlin 1932), S. 187: „In solchen Fragen kann ein Nationalökonom unmöglich [...] eine vom gesellschaftlichen oder nationalökonomischen Standpunkt richtige Lösung präsentieren.“ Das zu unterstellen wäre eine „kommunistische Fiktion“ (S. 188).</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans Albert: Ökonomische Ideologie und politische Theorie, S. 21: „Hier genügt die Bemerkung, dass unsere bisherige Untersuchung uns zwingt, das ökonomische Prinzip als <i>Kriterium</i> der Rationalität von Handlungen aufzugeben.“ Sein Fazit, S. 126: „In diesem Sinne ist der Ökonomismus [...] ohne Zweifel Ideologie und verdient damit, um der Wahrheit willen destruiert zu werden.“ Folgerichtig hat Albert den Titel der 3. Auflage (Mohr Siebeck, Tübingen 2009) abgeändert in <i>Ökonomische Theorie als politische Ideologie</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"> Peter Ulrich: Was ist integrativ an der integrativen Wirtschaftsethik? In: Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik 25 (2024), Heft 3, S. 514-535, hier S. 527.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Ulrich: Sich im ethisch-politischen Denken orientieren, in: Information Philosophie, 4/2002, S. 22-32, hier 23.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Otfried Höffe: Einleitung, in: ders. (Hrsg.), Einführung in die utilitaristische Ethik, München: Beck 1975, hier S. 29-32.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulrich entnimmt diese Bezeichnung bei <a href="Ernst_Tugendhat" title="Ernst Tugendhat">Ernst Tugendhat</a>: Vorlesungen über Ethik, Suhrkamp, Frankfurt 1993, 327</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. P. Ulrich: Marktwirtschaft in der Bürgergesellschaft: Die Soziale Marktwirtschaft vor der nachholenden gesellschaftspolitischen Modernisierung, in: Aßländer, Michael S./Ulrich, P. (Hrsg.): 60 Jahre Soziale Marktwirtschaft. Illusionen und Reinterpretationen einer ordnungspolitischen Integrationsformel. Bern: Haupt 2009, S. 349-380, darin speziell zum „Bürgerliberalismus“ S. 365ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a>: <a href="%C3%9Cber_den_Gemeinspruch%3A_Das_mag_in_der_Theorie_richtig_sein%2C_taugt_aber_nicht_f%C3%BCr_die_Praxis" title="Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis">Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis</a>, in: Gesammelte Werke, hrsg. Von Wilhelm Weischedel, Suhrkamp, Band 11, 125-172, hier 151</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Johan Galtung: Menschenrechte – anders gesehen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995, S. 91.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulrich verweist (287) auf den Sammelband von <a href="Dieter_Senghaas" title="Dieter Senghaas">Dieter Senghaas</a> (Hrsg.): Peripherer Kapitalismus. Analysen über Abhängigkeit und Unterentwicklung, Frankfurt 1974</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Paulo Freire: Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit, Reinbek 1973</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Ralf Dahrendorf: Der moderne soziale Konflikt, München 1994, 70.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text"> Claus Offe: Fessel und Bremse: Moralische und institutionelle Aspekte „intelligenter Selbstbeschränkung“, in: Axel Honneth u.&nbsp;a. (Hrsg.): Zwischenbetrachtungen. Im Prozess der Aufklärung, Frankfurt 1988, 739-774, hier 759.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexander Rüstow: Wirtschaftsethische Probleme der sozialen Marktwirtschaft, in: P. M. Boarman (Hrsg.): Der Christ und die soziale Marktwirtschaft, Stuttgart/Köln 1955, S. 53-74, hier S. 74.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Eingehend aus integrativ-wirtschaftsethischer Sicht dazu Ulrich Thielemann: Wettbewerb als Gerechtigkeitskonzept. Kritik des Neoliberalismus, Marburg: Metropolis 2010.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">K. Homann/F. Blome-Drees: Wirtschafts- und Unternehmensethik, Göttingen: Vandenhoeck 1992, S. 62: „Verteilungsfragen unabhängig von Fragen der Produktion zu diskutieren, ist wissenschaftlich ebenso unseriös wie die umgekehrte Vorgehensweise, die vielfach in einer vorrangig auf Allokationsfragen beschränkten Ökonomik anzutreffen ist.“</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Eingehender dazu P. Ulrich: Marktwirtschaft in der Bürgergesellschaft, in: 60 Jahre Soziale Marktwirtschaft. Illusionen und Reinterpretationen einer ordnungspolitische Integrationsformel, hrsg. von M. S. Aßländer &amp; P. Ulrich, Bern: Haupt 2009, S. 349-380, spez. S. 361ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text"> Ulrich verweist auf <a href="Erich_Gutenberg" title="Erich Gutenberg">Erich Gutenberg</a>: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. Erster Band: Die Produktion, Berlin: Springer, 1. Aufl. 1951, 22. Aufl. 1976, S. 464ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text"> Horst Steinmann/Albert Löhr: Grundlagen der Unternehmensethik, 2. Aufl., Stuttgart: Schäffer-Poeschel 1994, S. 107–112.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text"> R. Edward Freeman: Strategic Management. A Stakeholder Approach, Boston: Pitman 184.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text"> Ulrich Thielemann/Peter Ulrich: Standards guter Unternehmensführung. Zwölf internationale Initiativen und ihr normativer Orientierungsgehalt, Bern: Haupt 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Birger P. Priddat: Transformation der ökonomischen Vernunft? Über P. Ulrichs Vorschlag zur „Moralisierung der Ökonomie“, in: E.K. Seifert und R. Pfriem (Hrsg.): Wirtschaftsethik und ökologische Wirtschaftsordnung, Bern 1989, 151-164, hier 152, Zitat 153</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Werner Lachmann: Alter Wein in neuen Schläuchen?, in: Ethik und Sozialwissenschaften (EuS) 4, 11/2000, 591-593, 592</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Horst Steinmann/Albert Löhr: Grundlagen der Unternehmensethik, Stuttgart, 2. Aufl. 1994, 129</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Joachim Weimann: <i>Reflexion ohne Verständnis?</i>, in: <i>Ethik und Sozialwissenschaften Achte Diskussionseinheit, Heft 4 (2000)</i>, 11/2000, S. 625–627.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2026-01-09" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Integrative_Wirtschaftsethik&amp;oldid=263187948">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>